Inselzeit, Freundschaften und unvergessliche Tauchmomente

 

Drei Wochen auf Addu Meedhoo – drei Wochen, in denen Bettina und ich das Addu-Atoll nach seinen schönsten Tauchspots durchforstet, unverhoffte Wiedersehen gefeiert und uns in die ruhige Magie einer Insel verliebt haben, die gerade erst aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht.

Ein harziger Start – und warum das völlig in Ordnung war

Eigentlich war alles gut geplant. Doch starke Regenfälle und Stürme hatten das Warenboot aufgehalten, das Material für das neue Tauchcenter liess auf sich warten – und wir wir warteten ebenfalls.

Anstatt uns darüber zu ärgern, entschieden wir uns für Inselmodus: Gelassenheit, Sonne, gute Gespräche, Besuche im lokalen Restaurant Roquefort, Schnorcheln.

Und dann die erste große Überraschung: Mirta, Ali und Sara – Freunde aus Shaheem's und meiner gemeinsamen Velavaru-Zeit 2004 – waren plötzlich da. Ein warmes Wiedersehen und Dankbarkeit für diese langjährige, treue Freundschaft trotz grosser Distanz.

Am dritten Tag reisten dann auch meine Schulfreundin und ihr Mann an, gleichzeitig mit dem Warenboot – welches allerdings nur teilweise entladen wurde. Ein Teil der Ausrüstung machte erst einmal einen Abstecher ans andere Ende des Atolls. Drei weitere Tage Geduld waren gefragt, bevor endlich alles Material vollständig war und wir gemeinsam zu viert abtauchen konnten.

Erste Erkundungen – und ein „Nest“ voller Haie

Bettina und ich nutzten die Zeit und sondierten die Umgebung. Es dauerte nicht lange, bis klar war: Die wahren Unterwasserschätze des Addu Atolls befinden sich in den Kanälen und an den Aussenriffen.

Das Aussenriff von Meedhoo hat uns schon beim ersten Abtauchen überwältigt. Intakte Korallen, riesige Gorgonien, mächtige Überhänge – und dann unser Hailight:
Ein „Nest“ von unzähligen Grauriffhaien, die offenbar immer an genau dieser einen Stelle kreisen.

Die erste Begegnung mit dieser Gruppe war so intensiv, dass sie sich tief in mein Gedächtnis eingebrannt hat. Ich erinnere mich genau, wie ich das Wasser verliess – still, berührt, dankbar. Momente, die einen Demut und noch mehr Respekt vor der Schöpfung lehren.

Manta Point – jedes Mal eine Verabredung mit der Magie

Ein weiterer Fixpunkt unserer Tage: der Manta Point. Wir haben ihn mehrfach betaucht – und jedes Mal war es wie das erste Mal. Auge in Auge diese anmutigen Riesen kreisen zu sehen, so nah, so friedlich, ist ein Erlebnis, das die Welt für ein paar Minuten still werden lässt.

Die Überhänge von Addu City – ein Farbfeuerwerk

Die Riffe und Überhänge bei Addu City sind pure Pracht. Farbenfrohe Korallen, dichte Fischschwärme, perfekte Top Reefs – einige der schönsten und intaktesten Riffe, die ich je auf den Malediven gesehen habe. Jeder Tauchgang war ein Staunen, ein Eintauchen in eine unversehrte Welt.

Dankbarkeit – für diese Zeit, für diese Begleitung

Das Tauchen mit Bettina war für mich ebenfalls ein Highlight. Täglich durfte ich von ihrem enormen Wissen, ihrer grossen Erfahrung und ihrer unerschütterlichen Ruhe profitieren. Mehrmals habe ich meinen persönlichen Tiefenrekord gebrochen, ohne es wirklich zu merken – meine psychologische Tiefengrenze im Kopf schmolz dahin, einfach weil ich an ihrer Seite war. Danke, danke, danke!

Inselalltag und Zukunftspläne

Unsere Wege auf Meedhoo führten uns meist zu Fuss oder im TukTuk von A nach B. Das Tauchcenter braucht noch etwas Arbeit, doch die Deadline steht fest: Ende März soll alles bereit sein, um die ersten Gäste offiziell willkommen zu heißen.

Die Insel selbst beginnt gerade aufzuwachen. Die Einheimischen möchten vom Tourismus profitieren und starten neue Projekte. Ein erstes Zeichen: Das Manta Beach Retreat Guesthouse öffnete während unseres Aufenthalts seine Türen – zehn moderne Zimmer direkt am traumhaften Bikini Beach, von dem aus die türkisfarbene Lagune zum Baden ruft.

Vorfreude auf das, was kommt

Ich freue mich riesig darauf, unsere zukünftigen Gäste zu den erkundeten Plätzen unter Wasser und auf der Insel zu führen, ihnen die Haiplätze, die Mantas, die Überhänge und das kleine Juwel Addu Meedhoo zu zeigen.
Es waren drei Wochen voller Naturmomente, Freundschaft, neuer Perspektiven – und einem Gefühl von Aufbruch und Ankommen zugleich. Es gibt noch viel zu tun, packen wir's an!

Ein grosses Dankeschön auch an Shaheem, welcher unermüdlich für uns da war und uns zu jedem Problem schnell und pragmatisch eine Lösung angeboten hat und Spass daran hatte, uns die Tanks zu füllen, damit wir täglich unsere 3 Flaschen Pressluft zum Atmen hatten.

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